Leonhard Meisser
Geboren 1902.
Gestorben 1977.
Leonhard Meisser (1902–1977) präsentiert sich den verfügbaren Dokumenten zufolge als Maler und Aquarellist aus Chur, der nach seiner Rückkehr in die Schweiz öffentliche Aufträge für Wandmalereien und Glasfenster ausführte.
Nach der Maturität begann er zunächst ein Botanikstudium an der Universität Zürich (1922–1923), eine Ausbildung, die seine Aufmerksamkeit für natürliche Formen in den folgenden Jahren zu erklären scheint. Seine künstlerische Ausbildung setzte er von 1924 bis 1926 an der Académie André Lhote in Paris fort, wo er mit anderen Studierenden seiner Generation in Kontakt kam. Während seines Aufenthalts in Paris teilte er zeitweise eine Unterkunft mit Alberto Giacometti, den die Quelle als seinen späteren Mentor bezeichnet.
Nach dem Tod seines Vaters kehrte Meisser 1931 in die Schweiz zurück. Während er in Chur Wurzeln schlug, reiste er bis 1939 weiterhin häufig nach Paris.
Sein Schaffen begann mit einer intensiven Beschäftigung mit der Zeichnung: Er versuchte, die Formen der alpinen Umgebung in klaren Konturen zu erfassen. Den Werkverzeichnissen zufolge entwickelte sich diese Vorliebe für die Linie im Laufe der Zeit weiter; die Linie trat zunehmend nicht mehr als blosse Kontur in Erscheinung. Als begeisterter Aquarellist verlieh Meisser der Ölmalerei gelegentlich eine dem Aquarell verwandte Feinheit und Transparenz.
Die Skizzenbücher, die er auf seinen Reisen anlegte, dienten ihm als Arbeitsmaterial: Die Skizzen wurden später im Atelier wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unternahmen er und seine Frau zahlreiche Studienreisen und verbrachten Sommeraufenthalte an verschiedenen Orten — in Paris, der Provence, der Camargue, der Bretagne, Spanien, verschiedenen Regionen Italiens, Griechenland und Marokko —, die sein visuelles Repertoire bereicherten.
Sein Werk wurde in mehreren Schweizer Institutionen gezeigt, darunter in der Kunsthalle Bern, im Kunsthaus Zürich, im Kunstmuseum Luzern, im Kunstmuseum Bern, im Bündner Kunstmuseum, im Kunsthaus Glarus und im Kunstmuseum Solothurn.





