Leo Deck
Geboren 1908.
Gestorben 1997.
Die Seen, ihre Ufer und das Leben, das sie belebt, bilden einen Zugang zum Werk von Leo Deck. Der 1908 in Bern geborene und 1997 in derselben Stadt verstorbene Schweizer Maler erkundet eine bewohnte Landschaft, in der das Wasser, die Bäume und die menschlichen Figuren immer wieder neue Motive bieten.
Zu seinem Werdegang gehört eine Ausbildung an der Grande Chaumière in Paris. 1945 nahm er an der Ausstellung «Junge Berner Künstler» in der Kunsthalle Bern teil. Eine weitere Station ist durch die Archive dieser Institution unmittelbar dokumentiert: Vom 11.
September bis zum 17. Oktober 1954 zeigte sie eine Ausstellung, die Varlin und Leo Deck vereinte. Dieses Ereignis verankert sein Werk im Berner Kunstleben der Nachkriegszeit.
Die erfassten Werke zeigen die Bedeutung der Seengebiete, insbesondere rund um den Wohlensee, den Murtensee und den Brienzersee. Das Repertoire erstreckt sich zudem auf Landschaften an der Aare, Pariser Szenen, Reiter und Blumen. Die Vielfalt der Themen erlaubt es, verschiedene Aspekte ein und desselben Blicks zu entdecken, der ebenso aufmerksam auf die Weite eines Ortes wie auf die ihn bewohnenden Gestalten gerichtet ist.
Die Ölmalerei steht neben Aquarell und Gouache. Die Landschaften, Strandszenen oder Ausritte bieten so die Gelegenheit, unterschiedliche Arten zu vergleichen, den Raum zu konstruieren, eine Bewegung anzudeuten und die Farbe einzusetzen. Die Abfolge der Bildebenen, die Linien der Ufer und die Silhouetten werden zu zugänglichen Beobachtungspunkten.
Um sich Deck anzunähern, kann man zunächst das Motiv erkennen und sich anschliessend bei seiner malerischen Organisation aufhalten. Wie führt ein Ufer den Blick? Welchen Platz lässt der Maler dem Wasser oder dem Himmel?
Diese Lektüre lädt dazu ein, die Landschaften als Kompositionen zu entdecken – über ihre blosse geografische Identifizierung hinaus.