Kurt Laurenz Metzler
Geboren 1941.
Gestorben 2024.
Kurt Laurenz Metzler (1941–2024) macht die Stadt zu einem Theater der Silhouetten. In Balgach im Kanton St. Gallen geboren und in Zürich zum Bildhauer ausgebildet, stellt der Schweizer Künstler die menschliche Figur ins Zentrum eines Œuvres, das sich gerne ausserhalb der Museen entfaltet – auf Plätzen und an Orten des Durchgangs. Die Begegnung mit der New Yorker Kunstszene nährt eine freie Sprache, in der ungebrochene Farbe und Humor mit einer aufmerksamen Beobachtung des zeitgenössischen Lebens zusammentreffen.
Seine Passanten, Zeitungsleser und «Stadtmenschen» haben nichts vom heroischen Porträt. Gestreckte Körper, bisweilen irritierende Haltungen, ausgehöhlte Volumen oder markante Köpfe verleihen jeder Figur eine unmittelbare Präsenz und lassen zugleich eine Verletzlichkeit aufscheinen. Metzler wechselt von Stein und Bronze zu Eisen, Aluminium und bemalten Kunstharzen.
Das Material kann massiv sein, doch die Komposition suggeriert häufig Bewegung und Leichtigkeit. In seinen Figuren von Lesenden wird die Zeitung beinahe zu einer Erweiterung des Körpers; bei den Luftmenschen, die ab den 1990er-Jahren entstanden, trägt die Leere selbst zur Definition der Silhouette bei. Diese Spannung zwischen Masse und Abwesenheit, zwischen Spiel und Unruhe, verleiht den Figuren ihre besondere Kraft.
Der öffentliche Raum ist eines der bevorzugten Felder dieser Suche. Artisten nimmt 1975 am Bucheggplatz in Zürich seinen Platz ein; Werkgruppen wie Building People und Urban People werden 2009 in Singapur aufgestellt. 1995 eröffnet Metzler bei Siena, in Iesa, einen Skulpturenpark, der um sein Wohn- und Atelierhaus konzipiert ist.
Die Werke treten dort in einen Dialog mit der toskanischen Landschaft, während jene in den Städten den Alltagstrott der Passanten unterbrechen. In beiden Fällen ist der Betrachter eingeladen, hinter der Überschwänglichkeit der Formen eine sensible Chronik unserer Art, die Welt zu bewohnen, zu erkennen.