Johann Joseph Achermann
Geboren 1790 in Escholzmatt (Schweiz).
Gestorben 1845 in Luzern (Schweiz).
Schweizerisch · Schweizer Frühromantik · Porträt-, Historien- und religiöse Malerei
Der dem Luzerner Kunstmilieu verbundene Schweizer Maler Johann Joseph Achermann widmete sich vor allem dem Porträt, der Historienmalerei und religiösen Themen. SIK-ISEA verzeichnet ihn als Schöpfer von Heiligen- und Historienbildern sowie Porträts; die heute nachweisbaren Werke ergänzen dieses Spektrum um einen seltenen landschaftlichen Bereich.
Sein Werdegang führte ihn durch mehrere europäische Kunstzentren. Eine Seelandschaft trägt die Signatur « J. Akermann München » und belegt seine Verbindung zu München.
Im Juni 1827 wurde Achermann zudem in Salzburg als aus Wien kommender Kunstmaler registriert. Die Dokumentation des Louvre erwähnt wiederholte Aufenthalte in Paris, während biografische Quellen ihn später erneut in Luzern verorten.
Die dokumentierten Werke zeigen eine vielseitigere Praxis, als es seine begrenzte kunsthistorische Rezeption vermuten lässt. Das 1813 datierte, in Öl auf Holz gemalte Bildnis der Maria Buchmann bezeugt eine frühe Tätigkeit als Porträtist. Eine in München signierte Felseninsel im stürmischen Meer steht im Horizont der Frühromantik, während die Heilige Familie mit Elisabeth und dem Johannesknaben von 1831 die religiöse Seite seines Schaffens vertritt.
Ein zentraler Aspekt seiner Rezeption betrifft den Kopf einer alten Frau mit Haube und Pelzkragen, den der Louvre 1837 als Werk Balthasar Denners erwarb und heute unter Achermanns Namen katalogisiert. Die wechselvolle Zuschreibungsgeschichte des im Département des Peintures unter der Inventarnummer INV 1209 bewahrten Gemäldes wurde von Dezember 2004 bis Januar 2005 in der Reihe « Tableau du mois » vorgestellt. Der Fall veranschaulicht Achermanns Fähigkeit, ältere nordische Porträtmodelle mit großer Überzeugungskraft aufzunehmen.
Das Bildnis der Maria Buchmann wurde im Dezember 2022 bei Schuler für CHF 220 zugeschlagen, bei einer Schätzung von CHF 200–300. Das rückseitig signierte und 1813 datierte Werk bildet damit einen unmittelbar durch das Auktionshaus belegten Marktbezug.
Zum Geburtsjahr ist eine Präzisierung erforderlich: SIK-ISEA nennt 1790 und führt 1794 als unsichere Variante auf. Die Abweichung betrifft die Lebensdaten desselben Malers.