Johann Friedrich Dietler
Geboren 1804.
Gestorben 1874.
Johann Friedrich Dietler (1804–1874) tritt in den Quellen als Porträtist hervor, dessen Arbeiten bei den patrizischen Familien von Bern, Solothurn, Freiburg und Basel besonders gefragt waren. Mai 1874 in Bern. In den biografischen Wörterbüchern ist sein vollständiger Name als Johann Friedrich Dietler verzeichnet.
Seine künstlerische Ausbildung begann unter der Leitung von Charles (Karl) Germann in Solothurn. Anschliessend hielt er sich nach Angaben einiger Quellen zeitweise in Genf auf, bevor er sich schliesslich in Bern niederliess.
Obwohl sich sein Werk vor allem auf das Porträt konzentriert, weisen die biografischen Einträge darauf hin, dass er auch Genrebilder malte, Landschaftsstudien anfertigte und sich gelegentlich der Historienmalerei widmete. Den Dokumenten zufolge malte er zudem häufig nach kleinen Fotografien seiner Modelle. Zumindest anfangs befürchtete er jedoch, die Fotografie könnte Porträtmaler in Schwierigkeiten bringen, bevor er sie schliesslich praktisch als Hilfsmittel im Atelier nutzte.
Vorwiegend für Aufträge wohlhabender Familien herangezogen, verfügte er über eine bedeutende patrizische Kundschaft und gab sein Wissen weiter: Zu seinen Schülern zählen Ernst Stückelberg und Friedrich Walthard.
Zu den ermittelten institutionellen und bibliografischen Spuren gehören Hinweise auf das Kunstmuseum Bern (in den Auszügen wird darunter auch ein Atelierbestand genannt), das Kunstmuseum Solothurn, die Schlösser Jegenstorf und Wildegg sowie die Burgerbibliothek Bern. Einige biografische Einträge nennen zudem einschlägige Nachschlagewerke wie Bryan's Dictionary und den ihm gewidmeten Eintrag bei Bénézit.
Insgesamt zeichnen die konsultierten Quellen Dietler als einen Porträtmaler, der die technischen Entwicklungen seiner Zeit aufmerksam verfolgte und auch in benachbarten Bereichen (Genre, Landschaft, Historie) tätig war. Er verband Auftragsarbeiten für eine elitäre Kundschaft mit einer pragmatischen Anpassung an die neuen fotografischen Möglichkeiten.









