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Jean-Édouard de Castella

Geboren 1881.

Gestorben 1966.

Jean-Édouard de Castella wurde 1881 in Lilydale, Australien wo er den grössten Teil seiner Laufbahn verbrachte. Er bildete sich in Freiburg sowie in München und Paris aus; in den Referenztexten wird er als Maler und Zeichner beschrieben. Seine Tätigkeit als Glasmaler ist besonders gut dokumentiert.

Nach einem ersten Auftrag für die Kirche von Heitenried arbeitete er mit den Freiburger Glasmalereiwerkstätten zusammen und erhielt religiöse wie zivile Aufträge. Anhand der erhaltenen und von Vitrosearch untersuchten Entwurfskartons lässt sich die Konzeption von Zyklen nachvollziehen, die insbesondere für die Kirchen von Semsales und Saint-Pierre in Freiburg bestimmt waren. Diese Dossiers machen auch eine kollektive Praxis sichtbar: Der Künstler entwarf die Kompositionen, während die Werkstatt für die Ausführung in Glas zuständig war.

Die Zusammenarbeit in Semsales mit dem Architekten Fernand Dumas und Gino Severini war von Meinungsverschiedenheiten geprägt, und ein Teil des Auftrags wurde ihm entzogen; diese Episode mahnt, das Gesamtprojekt nicht als alleinige oder einvernehmliche Unternehmung darzustellen. Von 1923 bis 1927 unterrichtete Castella Zeichnen an den Freiburger Schulen. Von 1932 bis 1936 leitete er in Freiburg einen Kunstsalon, der hauptsächlich Schweizer Künstlern gewidmet war.

Sein Werdegang verbindet somit die Glasmalerei mit öffentlichen und religiösen Aufträgen, dem Unterricht und dem lokalen Kunstleben; die erhaltenen Entwurfskartons geben Einblick in die konzeptionelle Arbeit, die der Ausführung in Glas vorausgeht.

Jean-Édouard de Castella

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