Jakob Weder
Geboren 1906.
Gestorben 1990.
Jakob Weder zeichnet sich den konsultierten Quellen zufolge durch ein doppeltes methodisches Anliegen aus: die Ausarbeitung eines quasi-mathematisch angelegten Farbsystems und die Erforschung der Korrespondenzen zwischen Klängen und visuellen Formen – zwei Ausrichtungen, die sein Schaffen und seine technischen Schriften prägen.
Nach einer Ausbildung in angewandter Kunst in St. Gallen und an der Lehramtsschule in Rorschach setzte er sein Studium der Bildhauerei an der Accademia di Brera in Mailand fort, wo sein akademischer Aufenthalt bis 1932 dauerte.
Parallel zu seiner Lehrtätigkeit entwickelte Weder, angeregt durch Wilhelm Ostwald, eine Farbtheorie und beteiligte sich ab 1950 an der farblichen Normierung, indem er für die Firma Landolt AG in Zofingen eine Farbkarte erstellte.
Im Zeitraum 1955–1965 vermittelte er diese Erkenntnisse in einer Reihe von Vorträgen über Farben und ihre Standardisierung im Bauwesen, die er an der ETH Zürich sowie an mehreren Ingenieurschulen in Burgdorf, Luzern und Winterthur hielt.
Auf dem Gebiet der künstlerischen Praxis berichten die Quellen von einer bildhauerischen Tätigkeit bis in die 1950er-Jahre, gefolgt von einer Hinwendung zur Malerei ab 1960 – ein Zeichen für eine Entwicklung der Materialien und Ausdrucksmittel und nicht für einen Rückzug vom formalen Engagement.
