Heinrich Nyffenegger
Geboren 1895.
Gestorben 1968.
Schweizer Figuration der Zwischenkriegszeit · Berner und alpine Landschaft, Grafik und Karikatur.
Heinrich Adolf Nyffenegger-Bocchetti (Lenzburg, 3. Juli 1895 – Bern, 15. August 1968) war ein Schweizer Maler, Zeichner und Grafiker, der hauptsächlich in Bern tätig war.
Sein Werk umfasst Landschaften, Stillleben, Figuren und Karikaturen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und mehreren Jahren bei der Militärversicherung wandte er sich der bildenden Kunst zu.
1920–1921 nahm er Malunterricht bei Marguerite Frey-Surbek und Aktzeichenunterricht bei Ernst Linck in Bern. 1922–1923 setzte er seine Ausbildung bei Josef Eberz in München fort, 1927 studierte er an der Académie André Lhote in Paris. Ein Studienaufenthalt auf Mallorca 1930 ergänzte diesen Werdegang.
Nyffenegger widmete sich vor allem der Berner und alpinen Landschaft. Die Aare, die Alpen, das Schwarzwasser und das Sensegebiet gehören zu seinen bevorzugten Motiven. In früheren Jahren entstanden zudem figürliche und religiöse Darstellungen.
Neben der Malerei arbeitete er als Illustrator und Karikaturist. Er zeichnete für den Nebelspalter und den Bärenspiegel, wo er unter anderem die Pseudonyme Blasius Chemp, Mathias Chemp, Chemp und das Kürzel Nyff verwendete, sowie für das Schweizerische Jugendschriftwerk. Zu seinen Buchillustrationen gehören Im Flugzeug von Walter Ackermann, erschienen 1937, und Der Schatz auf dem Bühl von Adolf Haller aus dem Jahr 1938.
Über mehrere Jahrzehnte war Nyffenegger regelmässig in Schweizer Ausstellungen vertreten. Belegt sind die Turnusausstellung 1929, «Junge Berner Künstler» in der Kunsthalle Bern 1930, die XIX. Schweizerische Nationale Kunstausstellung im Kunstmuseum Bern 1936, die erste schweizerische Karikaturen-Ausstellung in der Kunsthalle Bern 1938 und «Moderne Handzeichnungen von Schweizer Künstlern» 1949.
Das Stadtarchiv Bern bewahrt in seiner Sammlung Grafik das Plakat «750 Jahre Bern, Jubiläums-Ausstellungen» von 1941, gestaltet von Nyffenegger und gedruckt bei Kümmerly & Frey. Es belegt seinen Beitrag zur kulturellen Kommunikation der Stadt. Die bei Dobiaschofsky und Koller angebotenen Gemälde und Zeichnungen ergänzen die Werkdokumentation.
Alpen- und Seenbilder in Öl, Zeichnungen, Karikaturen und Plakate bilden für die Forschung wie für Preisvergleiche jeweils eigenständige Werkgruppen.




