Hans Bachmann
Geboren 1852.
Gestorben 1917.
Schweizer Genremalerei und Düsseldorfer Schule · ländlicher Alltag, Landschaft und Porträt.
Hans Bachmann (Winikon, 30. April 1852 – Luzern, 12. November 1917) zählt zu den bedeutenden Schweizer Genremalern des späten 19.
Jahrhunderts. Nach Privatunterricht bei Seraphin Weingartner in Luzern im Jahr 1869 trat er 1870 in die Kunstakademie Düsseldorf ein und durchlief die Ausbildung bis zur Meisterklasse. Seine Malerei entwickelte sich im Umfeld der Düsseldorfer Genremalerei und wurde besonders durch Benjamin Vautier und Eduard von Gebhardt geprägt.
Ein Kuraufenthalt in den Schweizer Alpen von 1880 bis 1882 verstärkte seine Hinwendung zur Landschaft und zum ländlichen Alltag. Bachmann widmete sich mit grosser Beobachtungsgabe dem bäuerlichen Leben, Dorfszenen, Interieurs und Porträts, besonders Kinderbildnissen. Erzählerische Klarheit, eine solide Zeichnung und die präzise Charakterisierung der Figuren wurden zu dauerhaften Merkmalen seines Werks.
Seine Anerkennung reichte über die Schweiz hinaus. 1887 erhielt er an der Kunstausstellung im Londoner Crystal Palace eine Goldmedaille, 1888 wurde er von der Königlichen Akademie der Künste in Berlin ausgezeichnet. Von 1889 bis 1895 hielt er sich in Paris auf.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wirkte er ab 1897 an der Illustration der Zahnschen Ausgabe der Werke Jeremias Gotthelfs mit, eng verbunden mit seinem Interesse an ländlichen Milieus und Alltagsszenen.
Neben der freien Kunst spielte die Lehre eine wichtige Rolle. Bachmann unterrichtete von 1897 bis 1905 an der Kunstgewerbeschule Zürich und anschliessend bis zu seinem Tod 1917 an der Kunstgewerbeschule Luzern. Von 1899 bis 1901 war er Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission.
Zwischen 1903 und 1905 schuf er zwei Ölgemälde für die Tellskapelle an der Hohlen Gasse in Küssnacht; das Ensemble wurde 2006 restauriert.
Das Kunstmuseum Luzern rückte Bachmann 2004 mit der Sammlungsausstellung « Schnee, Land und Leute » wieder stärker ins Blickfeld. Die gezeigte Werkgruppe verdeutlichte seine internationale Anerkennung und seine Meisterschaft in der Darstellung bäuerlichen Alltags, verschneiter Landschaften und von Kinderporträts. Dazu gehörten « Gotthardpost im Winter », eine Dauerleihgabe von SBB Historic, und « Betender Mönch » aus dem Kloster St. Urban.
Diese Leihgaben sind von den museumseigenen Werken zu unterscheiden.
Bachmanns Markt ist unter anderem bei Gloggner, Dobiaschofsky, Schuler, Auktionshaus Zofingen und Beurret Bailly Widmer dokumentiert. Zu den jüngeren Resultaten zählen « Der Hahnen (Engelberg) », im Oktober 2025 bei Gloggner für CHF 2’400 zugeschlagen, « Der Brief » mit CHF 1’800 im Jahr 2024 sowie das Los mit « Bauernstube (Reiden) » und « Bauernpaar in der Laube » mit CHF 3’000 im Jahr 2023. Zur Identifizierung und Einordnung wird im Auktionshandel regelmässig Paul Hilbers 1949 in Zürich erschienene Monografie mit einer Einführung von Adolf Ribi herangezogen.
