Hannes Gruber
Geboren 1928.
Gestorben 2016.
Hannes Gruber (1928–2016) machte die alpine Landschaft zu einem Experimentierfeld für die Farbe. In Adliswil bei Zürich geboren und am Zürichsee aufgewachsen, besuchte er die Kunstgewerbeschule bei Ernst und Max Gubler und erlernte zugleich bei Orell Füssli den Beruf des Grafikers. 1948 liess er sich in Grevasalvas im Oberengadin nieder, um als freischaffender Maler zu arbeiten.
Die Verbindung zum Engadin und zum Val Bregaglia begleitete fortan ein Werk, das zwischen Ortsansichten, chromatischer Forschung und Projekten für den öffentlichen Raum angesiedelt ist.
Gruber bewegte sich zwischen Zürich und den Bündner Tälern; hinzu kamen Arbeitsaufenthalte in Italien und andernorts. Seine Landschaften wollen nicht nur die Silhouette der Berge festhalten. Nach Angaben des Kulturportals Graubünden entwickelt sich seine Malerei von einem expressiven Ansatz hin zur Abstraktion: Im Atelier entfernen sich die Formen von ihrem natürlichen Vorbild, und die Farbe gewinnt eine eigene Autonomie.
Das Licht des Bregaglia, dessen Veränderungen er beobachtet, bleibt eine wesentliche Erfahrung, auch wenn das Motiv weniger erkennbar wird. Sein Wissen als Grafiker prägt zudem einen konstruierten Umgang mit Linie, Fläche und grossen Formaten.
«Blaues Herz» («Blaues Herz»), das in den Materialien des Hannes-Gruber-Kunstkabinetts vorgestellt wird, vermittelt eine Vorstellung von dieser Verschiebung. Ein Herz und ein Kreuz erscheinen im Zentrum einer abstrakten Struktur; mehrere Blautöne umhüllen diese Zeichen und lassen zugleich an Wasser und an einen Raum der Meditation denken. Das Bild lässt die Beziehungen zwischen Landschaft, Symbol und Farbe offen.
Neben der Staffeleimalerei schuf Gruber auch Bühnenbilder und Wandgestaltungen, unter anderem für eine Schule in Samedan. Die Stiftung, die seinen Namen trägt, bewahrt und präsentiert sein Werk heute in Promontogno im Val Bregaglia.