Francine Simonin
Geboren 1936.
Gestorben 2020.
Francine Simonin (1936–2020) war eine als Zeichnerin, Malerin und Grafikerin tätige Künstlerin, deren Werk eine intensive Druckgrafikpraxis mit mitunter sehr grossen Formaten verbindet.
Zwischen 1958 und 1966 konzentriert sich ihr Schaffen hauptsächlich auf den Holz- und Kupferstich. In der Druckgrafik verbindet und kombiniert sie häufig mehrere Verfahren — Radierung, Aquatinta, Kaltnadel — und integriert gelegentlich Collagen auf derselben Oberfläche. Bei den Trägern und Medien arbeitet sie vorwiegend auf Papier (Acryl, Tinte, Kreide, Pastell); ihre Formate werden so gross, dass sie ihre Arbeiten häufig auf dem Boden ausführt, und ab 2000 entdeckt sie ihre Vorliebe für die Leinwand wieder.
Zu den wiederkehrenden Themen ihres Werks zählen der bewegte weibliche Körper, die Landschaft sowie Schriftzüge oder Zeichen; diese Motive finden sich sowohl in ihren Gemälden als auch in ihren Druckgrafiken. Laut den konsultierten Galerie- und biografischen Einträgen verbindet eine ausgeprägte grafische Aufmerksamkeit ihre Ansätze in der Druckgrafik und der Malerei.
Nachdem sie Montréal 1968 dank eines Stipendiums des Canada Council for the Arts kennengelernt hat, lässt sie sich 1971 in Montréal nieder und arbeitet fortan dort; die Galerie Ligne treize vermerkt zudem Lebens- und Arbeitsphasen in Évian. Parallel zu ihrer künstlerischen Tätigkeit unterrichtet sie von 1971 bis 1994 an der Université du Québec à Trois-Rivières. Ihre Arbeiten führen zu mehreren in den Einträgen erwähnten öffentlichen Aufträgen, insbesondere für das Palais de Justice de Longueuil, für Pavillons der Université Laval (Sainte-Foy) und für das Auditorium Stravinsky in Montreux.
Galerien vertreten sie und verbreiten ihre Werke regelmässig in Kanada; Einträge zur Verbreitung erwähnen zudem, dass ihre Arbeiten in verschiedenen institutionellen und privaten Sammlungen sowie Werkbanken vertreten sind.
Zu den erwähnten Teilnahmen zählen ARTFEMME'75 im Musée d'art contemporain de Montréal (1975), eine Ausstellung in der Fondation Gianadda in Martigny (2011) sowie die Beteiligung an der von der Galerie Oeno 2019 organisierten Gruppenausstellung 'Summer Array'. 2004 erhält sie den Prix de la Fondation Monique et Robert Parizeau, der ihren Beitrag zur Geschichte der Druckgrafik in Québec würdigt. Eine 2014 erschienene Monografie versammelt Texte und Abbildungen zu ihrem Werk.
Francine Simonin stirbt am 9. Oktober 2020 in Montréal. Ihr Werdegang, geprägt von der Verbindung von Druckgrafik und Malerei sowie einer über mehrere Jahrzehnte ausgeübten Lehrtätigkeit, hinterlässt ein Schaffen mit vielfältigen grafischen Ausdrucksweisen und Formaten, wie es sich in den konsultierten Quellen darstellt.
