Edouard Marcel Sandoz
Geboren 1881.
Gestorben 1971.
Als Bildhauer, Keramiker, Maler und Zeichner widmet er einen grossen Teil seines Schaffens der Darstellung von Tieren. Nach der École des arts industriels de Genève geht er 1904 nach Paris, wo er unter anderem bei Jean-Antoine Injalbert und Antonin Mercié studiert und sein Atelier einrichtet. Während seiner gesamten Laufbahn bewahrt er enge Verbindungen zu Lausanne.
In seinen Skulpturen geht die präzise Beobachtung des Lebendigen mit einer starken Vereinfachung der Volumen einher. Sandoz erfasst die charakteristische Silhouette und Haltung eines Hundes, eines Vogels oder eines Fisches und führt sie dann zu einer klar lesbaren Form mit oft glatten Oberflächen zusammen. Der «Chien danois» von 1911, aus grauem Marmor gehauen und im Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne aufbewahrt, besitzt so die ruhige Präsenz eines ruhenden Tieres und die Kraft einer monumentalen Figur.
1911 im Pariser Salon präsentiert, wird er im folgenden Jahr von der Schweizerischen Eidgenossenschaft erworben. Bronze, Stein und Keramik ermöglichen es dem Künstler, Massstab, Farbe und Bestimmung seiner Werke zu variieren – vom dekorativen Objekt bis zur öffentlichen Skulptur.
Sandoz zeichnet und malt auch Blumen und Landschaften. Sein Interesse an den Techniken und an der Kenntnis seiner Modelle verleiht diesem Ensemble von Tätigkeiten eine innere Einheit. 1933 wirkt er an der Gründung der Société française des animaliers mit; sein Engagement für die Künstler geht somit über das Atelier hinaus.
Mit einem zugleich vertrauten und stilisierten Bestiarium trägt er zur Erneuerung der Tierskulptur im 20. Jahrhundert bei. Die 1982 gegründete Fondation Édouard et Maurice Sandoz bewahrt sein Werk und macht es bekannt.


