Edmond-Jean de Pury
Geboren 1845 in Neuchâtel (Schweiz).
Gestorben 1911 in Lausanne (Schweiz).
Schweizerisch · Genre- und Porträtmalerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts · Pariser akademische Ausbildung und italienische, besonders venezianische Bildthemen.
Edmond-Jean de Pury entwickelte eine Figuren-, Genre- und Porträtmalerei, die im Neuenburger Milieu verwurzelt und zugleich von seiner Pariser Ausbildung geprägt war. Er besuchte in Paris das private Atelier von Charles Gleyre und setzte seine Ausbildung 1869 in Florenz fort; daraus gingen zeichnerische Präzision und ein ausgeprägtes Gespür für die menschliche Erscheinung hervor.
Italien wurde zum dauerhaften Schwerpunkt seiner Bildwelt. Rom, Capri, Neapel und vor allem Venedig lieferten ihm die Motive eines wesentlichen Teils seines Œuvres: Fischer, junge Frauen, Kinder, Boote und Alltagsszenen, gesehen im Licht der Lagunen und mediterranen Küsten. Seit 1885 hielt er sich regelmässig in Venedig auf, blieb jedoch Neuchâtel eng verbunden.
Neben den italienischen Genreszenen trat de Pury als gefragter Porträtist hervor. Physiognomische Genauigkeit verbindet sich in diesen Werken mit gesellschaftlicher Eleganz und einer lebendigen Malweise. Sein Werk wurde an der Pariser Weltausstellung von 1889 mit einer Medaille ausgezeichnet und fand auch über die illustrierte Presse seiner Zeit Verbreitung.
Werke von Edmond-Jean de Pury befinden sich in den Sammlungen des MBAL in Le Locle und des Ashmolean Museum in Oxford, darunter eine Ansicht der Lagune von Venedig aus dem Jahr 1901. Swiss Art Gallery präsentiert Jeune fille au poisson (1894) mit der Zuschreibung an Edmond-Jean de Pury.
