Auswahl der Swiss Art Gallery · Werk swissart-0087

Jeune fille au poisson

Zugeschrieben an Edmond-Jean de Pury
Referenz swissart-0087
Verfügbar300 CHFÖl · 29 × 25 cm
Swiss Art Gallery

Das Werk im Detail

In diesem kleinen Gemälde fängt Edmond-Jean de Pury eine populäre Figur mit einer sparsamen Mittelverwendung ein, die ihre Präsenz verstärkt. Das klare und fast skulpturale Profil hebt sich von einem dunklen Hintergrund ab, in dem das Material aktiv bleibt, als ob das Licht eher zurückgehalten als beschrieben worden wäre. Der Effekt ist unmittelbar: Die Silhouette tritt mit scheinbarer Einfachheit in den Raum, doch jedes Detail – der unregelmäßige Rand des Hutes, der sanfte Fall des roten Drapierens, der Korb aus Weidenruten, das perlmuttartige Weiß der Fische – trägt zu einem sorgfältig konstruierten Gleichgewicht bei. Die Komposition beruht auf dem Gegensatz zwischen dunklen Massen und einigen sehr dichten Akzenten. Das Rot des Kleidungsstücks durchdringt die Fläche mit einer fast theatralischen Intensität, ohne die Einheit des Gemäldes zu brechen. Im Kontrapunkt bringen die Fische eine rohe Klarheit, die durch eine dickere Paste und orangefarbene Akzente, die das Ganze beleben, materialisiert wird. Der Künstler sucht hier nicht die malerische Anekdote im einfachen Sinne: Vielmehr bevorzugt er eine stille, fast schwebende Präsenz, in der die Genrestückszene zu einer Übung visueller Konzentration wird. Die Behandlung der Oberfläche bestätigt diesen Eindruck. Der Pinselstrich bleibt sichtbar, insbesondere in den Schattenbereichen und auf den Stoffen, mit einer Art, die Volumen eher schichtweise als durch strenge Konturen zu konstruieren. Diese Freiheit der Ausführung verleiht dem Sujet eine taktile Wahrheit, während sie eine Zurückhaltung bewahrt, die überflüssige narrative Effekte vermeidet. Selbst in ihrem alten Zustand, mit Rissen und Gebrauchsspuren, behält das Werk eine bemerkenswerte Lesekraft. Über den Künstler – Edmond-Jean de Pury (1845-1911) ist ein Schweizer Maler und Grafiker, dessen Werk besonders mit Genrebildern und italienischen Themen verbunden ist. Ab 1885 lebte er während der schönen Monate in Chioggia, wo er das Alltagsleben an den Lagunenrändern mit einer sensiblen Aufmerksamkeit für bescheidene Figuren, Kostüme und Lichtwirkungen beobachtete.