Charles Rollier
Geboren 1912.
Gestorben 1968.
Charles Rollier (1912–1968), ein in Mailand geborener Schweizer Maler, studierte an der Accademia di Brera, bevor er sich 1934, auf der Flucht vor dem italienischen Faschismus, in Basel niederliess. Dort begegnete er dem Konservator Georg Schmidt und dem Basler Kunstmilieu. Zwischen 1938 und 1940 lebte er in Paris, kehrte anschliessend in die Schweiz zurück und liess sich in Genf nieder.
Die Pariser Jahre, sein Austausch mit Alberto Giacometti, Jean Bazaine und Nicolas de Staël sowie sein Interesse an Philosophie und spirituellen Traditionen trugen zur Entwicklung einer persönlichen Bildsprache bei. Ab Mitte der 1950er-Jahre verbinden seine Gemälde Figuren und Zeichen mit weiten Farbfeldern, in einer Intensität, die an das Informel erinnern kann. Rollier wehrte sich jedoch dagegen, schlicht als abstrakter Maler definiert zu werden: Er suchte die menschliche Figur zu transfigurieren und eine innere oder sakrale Dimension auszudrücken.
Von 1948 bis 1950 nahm er in Paris am Salon de Mai teil und stellte in mehreren Ländern aus. Nach seiner endgültigen Übersiedlung nach Genf im Jahr 1952 arbeitete er in seinem Atelier in Chêne-Bourg. Rolliers Malerei zeichnet sich durch das Gleichgewicht von Struktur, Bewegung und körperlicher Präsenz aus – an der Schnittstelle von Figuration und Abstraktion der Nachkriegszeit.




