Charles Barraud
Geboren 1897.
Gestorben 1997.
Der am 19. April 1897 in La Chaux‑de‑Fonds geborene und am 29. Januar 1997 in Yverdon verstorbene Maler und Zeichner Charles Barraud hebt sich innerhalb einer Künstlergeschwisterschaft durch eine eigenständige malerische Ausrichtung hervor.
Als ältester der vier Brüder Barraud entfernt er sich von dem konturierten, grafischen Stil, den seine Brüder teilen, und wendet sich postimpressionistischen Forschungen zu, die dem Eintrag zufolge dem Werk Pierre Bonnards nahestehen.
Seine künstlerische Laufbahn beginnt mit einer Ausbildung zum Graveur (1910–1914), die durch Abendkurse an der Kunstschule von La Chaux‑de‑Fonds ergänzt wird. Von 1925 bis 1934 ist er Mitglied der Künstlergruppe la Syrinx, eine Beteiligung, die in den Ausstellungsunterlagen erwähnt wird.
Er eröffnet ein Einrahmungsatelier, heiratet 1926 Jeanne Pellet – die unter dem Namen Janebé malen wird – und 1930 wird ihre Tochter Marie‑Louise, genannt Malou, geboren. Wohnortswechsel führen ihn 1940 nach Areuse und 1946 nach Cortaillod; die Unterlagen nennen eine Scheidung im Jahr 1950, eine Wiederverheiratung 1951 mit Paulette Kühni sowie im selben Jahr den Kauf eines Hauses in Blauzac.
Im Ausstellungswesen nimmt er 1951 an der Ausstellung der vier Brüder in Paris teil – die 1961 im Musée des beaux‑arts de La Chaux‑de‑Fonds wiederaufgenommen wird – und erhält 1958 im selben Museum eine Retrospektive. Der Ausstellungseintrag bezeichnet ihn in seinem kritischen Duktus als «Der Poet der Familie». Zu seinen späteren Reisen zählen eine Reise nach Algerien im Jahr 1973 und ein Aufenthalt in Tunesien 1989; seine letzten Gemälde datieren von 1995.
Die Werke werden in den Einträgen als sehr lichtvoll beschrieben, geprägt von einer Atmosphäre, die die Quelle als «dunstig» bezeichnet.
