Celestino Piatti
Geboren 1922.
Gestorben 2007.
Seine grafische Eigenart zeigt sich den dokumentierten Beschreibungen zufolge in breiten schwarzen Konturen, reich detaillierten Formen und leuchtenden Farbflecken, die meist auf weissem Grund aufgetragen sind, sowie in einer umfangreichen Plakatproduktion – in den Einträgen sind mehr als 500 Werke aufgeführt. Ein wiederkehrendes Motiv in seinem illustrierten Werk ist die Eule, die wiederholt erscheint und in den Quellen ausdrücklich mit Weisheit und der Liebe zu Büchern in Verbindung gebracht wird.
Er wurde in Zürich ausgebildet und absolvierte zwischen 1938 und 1942 bei den Brüdern Fretz eine Lehre als Grafiker. Nach dem Aktivdienst verbrachte er zwei Jahre in Paris, ein Aufenthalt, der im konsultierten biografischen Eintrag erwähnt wird. 1948 eröffnete er sein eigenes Atelier, das in den Unterlagen als in Riehen gelegen ausgewiesen wird.
1966 liess er sich anschliessend in Duggingen nieder und lebte dort bis zu seinem Tod im Jahr 2007.
Um die Wende zu den 1960er-Jahren wurde er beauftragt, die Gestaltung und das Layout einer neuen Taschenbuchreihe für den Deutschen Taschenbuch Verlag zu konzipieren; diese Aufgabe umfasste die Verantwortung für die Umschläge und die visuelle Identität der Reihe. Neben seinen Plakaten und verlegerischen Arbeiten fertigte er ab 1959 nahezu drei Dutzend Entwürfe für die Schweizer Post (PTT) an. Seine Tätigkeit als Plakatgestalter brachte ihm einen ersten internationalen Erfolg, der sich insbesondere in der Aufnahme seiner Arbeiten in die Grafikabteilung der documenta III in Kassel im Jahr 1964 manifestierte.
Die Einträge vermerken, dass von den rund 500 entworfenen Plakaten etwa drei Dutzend nationale Auszeichnungen erhielten; ausdrücklich genannt wird die Zahl von 30 preisgekrönten Plakaten. Eine retrospektive Publikation über sein Werk erschien 1987 unter der Schirmherrschaft des Verlags, der ihn beauftragt hatte, und bot einen in der Dokumentation belegten Überblick.
Insgesamt zeichnen die Unterlagen den beruflichen Werdegang eines Künstlers nach, der sich um die Plakatgestaltung, eine intensive Tätigkeit für das Verlagswesen und die Post sowie eine dauerhafte Niederlassung in der Deutschschweiz gruppierte, wo er bis 2007 blieb.