Arthur Tigram Abeljanz
Geboren 1885 in Zurich (Schweiz).
Gestorben 1970 in Zurich (Schweiz).
schweizerisch · Schweizer figurative Bildhauerei des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt auf Bauplastik, Kunst im öffentlichen Raum und klassisch geprägtem Naturalismus.
Arthur Abeljanz gehört zu jener Generation figurativ arbeitender Schweizer Bildhauer, die wesentlich zur Verbindung von Plastik, Architektur und öffentlichem Raum in Zürich beitrugen. Seit 1913 in der Stadt tätig, schuf er Bauplastik, Bildnisbüsten, Freiplastiken und Grabdenkmäler.
Seine Einbindung in das schweizerische Kunstleben ist durch Ausstellungen und Berufsverbände belegt. 1915 zeigte er an der Turnus-Ausstellung des Schweizerischen Kunstvereins in Bern eine galvanisierte männliche Gipsbüste. Mitgliederverzeichnisse der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten führen ihn zudem als aktives Mitglied der Sektion Zürich.
Seine Ausstellungstätigkeit reichte über den lokalen Rahmen hinaus. 1926 nahm er an der Herbstausstellung der Berliner Secession teil; 1936 war er in der Abteilung Bildhauerei der XIX. Nationalen Kunstausstellung im Kunstmuseum Bern vertreten.
Damit war Abeljanz in wichtigen Netzwerken der Schweizer figurativen Bildhauerei der Zwischenkriegszeit präsent.
Öffentliche Aufträge bilden den sichtbarsten Teil seines Schaffens. Eine seiner Figuren wurde in einer Fassadennische des Kunsthauses Zürich aufgestellt. Für das Zürcher Bezirksgebäude gestaltete er Reliefs mit Christus zwischen den Schächern und dem salomonischen Urteil.
Von ihm stammt ferner der Pantherbrunnen im Schulhaus Witikon. 1936 entstand Zwei weibliche Figuren, eine Bronzegruppe auf einem Sockel aus Tessiner Gneis für den Basteiplatz.
Der Kunstbestand der Stadt Zürich verzeichnet neun Werke, darunter Frauenköpfe, Masken, ein Brunnenrelief mit Tierkreiszeichen und die Gruppe am Basteiplatz. Das erhaltene Ensemble zeigt eine auf den menschlichen Körper, das Porträt und klar lesbare Volumen ausgerichtete Plastik, die bewusst auf den architektonischen Massstab und die alltägliche Wahrnehmung des Stadtraums reagiert.
Kleinbronzen sind auf dem Auktionsmarkt dokumentiert. Bei Schuler wurde Liegender Akt, ein signiertes und mit 2/5 nummeriertes Exemplar von 40 × 17 × 10 cm, im März 2021 für CHF 400 zugeschlagen. Im März 2026 bot das Haus zudem Weiblicher Torso an, eine monogrammierte Bronze von 40 cm Höhe mit einer Schätzung von CHF 400–700.
Diese Stücke ergänzen die öffentlichen Aufträge um Beispiele der Plastik in einem intimeren Massstab.