Antonio Erba
Geboren 1914.
Gestorben 1986.
Antonio Erba (1914–1986), ursprünglich aus Locarno, tritt als eigenständige Persönlichkeit an der Schnittstelle zwischen einer technischen Ausbildung und einer autodidaktischen künstlerischen Praxis hervor: Nach seiner Schulzeit in Locarno und einer Lehre als Feinmechaniker wurde er dafür bekannt, dass er ausgewählt worden war, die Schweiz im Kunstturnen an den 1940 abgesagten Olympischen Spielen in Helsinki zu vertreten; ab den 1940er-Jahren entwickelte er sodann eine Tätigkeit als autodidaktischer Maler.
Sein Werdegang ist zudem von einem ausgeprägten Engagement in Vereinigungen geprägt: Als Gründungsmitglied (1954) und späterer Präsident (1957–1967) der Société des peintres et sculpteurs jurassiens war er auch als Mitglied des Club jurassien des arts tätig und gründete später die Vereinigung Pro Ticino in Moutier, deren Präsident er ebenfalls war (Gründung 1968).
In praktischer und öffentlicher Hinsicht zeigte Erba erwähnte Einzelausstellungen in den Jahren 1966 und 1977, nahm an Gruppenausstellungen in Basel und Vira (TI) teil und stellte einzeln in Moutier, Zofingen und Monthey aus; auch Studienreisen nach Paris, Italien und in die Niederlande sind dokumentiert, und es wird berichtet, dass er an allen von der SPSJ organisierten Ausstellungen teilnahm.
In privater Hinsicht weist das Dossier darauf hin, dass er 1940 heiratete und Vater von vier Kindern war, darunter Sylvano und Rémy.
Sein Werk und dessen Rezeption waren Gegenstand von Publikationen: 1966 und 1977 erschienen unter der Ägide des Club jurassien des Arts Monografien (Max Robert und Mitarbeitende), und 1987 wurde ein Sammelband veröffentlicht.
Das lokale Fortwirken zeigt sich in Ehrungen: 2001 wurde ein Film über seinen Werdegang realisiert, und 2007 wurde ein Antonio-Erba-Weg eingeweiht; posthume Ausstellungen fanden in Moutier (1987) und Locarno (1988) statt.