Alois Carigiet
Geboren 1902.
Gestorben 1985.
Alois Carigiet, 1902 in Trun geboren und 1985 dort gestorben, schuf ein Werk, in dem Malerei, Zeichnung, Illustration und Grafik zusammenfinden. Seine Bildwelt bleibt eng mit Graubünden verbunden, doch auch das Zürcher Kulturleben prägt seinen künstlerischen Werdegang.
Nach seiner Ausbildung zum Dekorationsmaler in Chur zieht er 1923 nach Zürich und macht sich 1927 selbstständig. Seine Plakate für Mode und Tourismus verbinden visuelle Wirkung mit Humor. Als Mitbegründer des Cabaret Cornichon entwirft er auch Bühnenbilder und Kostüme.
Diese vielfältigen Tätigkeiten nähren eine Kunst, die der Präsenz der Figuren ebenso viel Aufmerksamkeit schenkt wie der Gestaltung des Raumes.
Mit seinem Umzug nach Platenga in Graubünden beginnt 1939 eine entscheidende Phase. Landschaften, Dörfer, Tiere und Menschen werden zu Motiven seines Schaffens, das Zeichnungen, Aquarelle, Lithografien und Ölgemälde umfasst. Die kräftigen Farben und die strukturierende Rolle der Linie erinnern an seine grafische Ausbildung: Der Blick kann den Konturen folgen, bevor er bei den Beziehungen zwischen den Farben verweilt.
Das 1945 erschienene Bilderbuch Schellen-Ursli, entstanden gemeinsam mit der Schriftstellerin Selina Chönz, macht seine Bildwelt einem breiten Publikum bekannt. Diesen Erfolg begleitet eine künstlerische Suche, die über das Buch hinausführt. Im Zürcher Muraltengut zeigt Allegro con Spirito (1951), eine grossformatige Komposition in Öl auf Leinwand, eine Terrasse voller Musiker, Zirkusartisten und Tiere.
Carigiets Werk zu betrachten bedeutet somit, die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Massstäben zu entdecken: der illustrierten Buchseite, dem Gemälde und der monumentalen Raumgestaltung. Die Aufmerksamkeit für Linie und Farbe lässt erkennen, was diese Ausdrucksformen einer gemeinsamen künstlerischen Sensibilität verbindet.










