Albert Neuenschwander
Geboren 1902.
Gestorben 1984.
Von der Leinwand zur Fassade lässt Albert Neuenschwander die Malerei zwischen dem Bildraum und jenem der Stadt zirkulieren. Mehrere Werke, die von Institutionen erhalten oder verzeichnet sind, ermöglichen es, seinen Werdegang anhand dieser Vielfalt an Massstäben und Trägern zu betrachten.
In Bern verzeichnet das städtische Inventar des Kulturerbes ein Wandgemälde von 1941 im Gebäude I der Berufsschule an der Lorrainestrasse. Damit wird seine Arbeit in ein bedeutendes architektonisches Ensemble der Berner Moderne eingeschrieben. 1952 arbeitete Neuenschwander erneut im gebauten Raum: Für den Eingang der elektrischen Unterstation Schosshalde entstand ein grosses Mosaik.
Es besteht aus Majolikaplatten und glasierten Ziegeln, wurde von Kohler Keramik in Biel-Mett ausgeführt und begleitet die funktionalen Baukörper dieser Anlage. Hier wird Farbe zu architektonischer Materie und nimmt den Blick der Passantinnen und Passanten auf.
Das Tafelbild behält jedoch seinen Platz in seinem Werk. Die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte verzeichnet Das Briger Fenster, ein grossformatiges Ölgemälde auf Leinwand ohne genaue Datierung. Sein Titel, «Das Fenster von Brig», eröffnet einen weiteren Zugang zur Schweizer Geografie seines Schaffens.
2022 erinnerte zudem seine Präsenz in der Gruppenausstellung Blumen in Vasen im Kunsthaus Glarus an seine Verankerung im Genre des floralen Stilllebens.
Diese Anhaltspunkte laden dazu ein, Neuenschwander zu entdecken, indem man die mobilen Werke den ortsgebundenen Realisierungen gegenüberstellt. Sie lassen einen Künstler sichtbar werden, dessen Praxis ebenso an der Intimität des Blicks wie an der alltäglichen Erfahrung von Architektur teilhat.
