Adrien Holy
Geboren 1898.
Gestorben 1978.
Maler, Lithograf und Dekorateur: Adrien Holy (30. Januar 1898, Saint-Imier — 29. Dezember 1978, Genf) ist durch eine in der Schweiz absolvierte Ausbildung und einen langen Aufenthalt in Paris dokumentiert.
Nach seiner Schulzeit in Saint-Imier besuchte er die École d’art de La Chaux-de-Fonds und anschliessend die École des beaux-arts de Genève. 1920 kam er nach Paris und blieb dort bis zum Beginn des Krieges, ungefähr bis 1939. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz im Jahr 1939 übernahm er institutionelle Aufgaben, unter anderem als Ausstellungskommissar der Société des arts de Genève von 1942 bis 1946.
Später war er auch in Lehre und Verwaltung tätig: von 1961 bis 1966 als Professor an der École des beaux-arts de Genève und von 1961 bis 1968 als Präsident der Eidgenössischen Kunstkommission. Privat erwähnt die Biografie, dass er Vater eines Sohnes, Jean-Claude (1932–2007), war.
Holy entwickelte ein umfangreiches grafisches Œuvre: Für Le Spleen de Paris (Ausgabe André Gonin, Lausanne, 1945) schuf er 22 Original-Lithografien und für Naissance de l’Odyssée von Jean Giono (éd. A. et P.
Gonin, Lausanne, 1963) 26 Lithografien. In den Bestandskatalogen Genfer Sammlungen sind datierte Druckgrafiken verzeichnet, darunter Werke wie Le canal de Saint-Louis (Lithografie, 1960) oder Trois garçons (Masse und Format in den Quellen angegeben). Zu seiner Tätigkeit gehörten auch Wandmalereiaufträge: das 1955–1956 datierte Chorgemälde Résurrection in der Kirche von Grandfontaine (Jura) sowie Hinweise auf Wanddekorationen in Genf.
Im Bereich der Ausstellungen stellte er vor allem in der Schweiz aus, insbesondere im Musée de l’Athénée in Genf (1940 und 1965) und im Musée Rath (1968), und war 2010 an der Gruppenausstellung «Cinq artistes du XXe siècle» im Musée de Saint-Imier beteiligt. Sein Engagement als Ausstellungskommissar, Lehrer und Kommissionspräsident bezeugt seine langjährige Einbindung in die Schweizer Kunstinstitutionen während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Getty ULAN führt 1978 als bevorzugtes Todesjahr; das Museum Boijmans Van Beuningen nennt 1979, das Getty als Variante verzeichnet.









