Adolf Wölfli
Geboren 1864.
Gestorben 1930.
Adolf Wölfli (1864–1930) wird unter diesem Namen und diesen Lebensdaten geführt. Seine Tätigkeiten im Zeichnen, Schreiben und Komponieren sind ab 1899 belegt. Sein Werk ist durch die Gestaltung einer imaginären Biografie sowie eines utopischen und mythischen Universums geprägt, das in der verfügbaren Dokumentation bisweilen unter dem Titel «St Adolf II» bezeichnet wird.
Dieser persönliche Kosmos erfindet die Vergangenheit des Autors neu und entwirft Reisen und Feldzüge, die bis an als kosmisch bezeichnete Grenzen reichen.
Vier Jahre nach Beginn seines Aufenthalts in der Waldau schuf er 1899 die ersten Serien von Zeichnungen und Texten, die das Gerüst seines Werks bilden sollten. Die miteinander verbundenen Praktiken des Zeichnens, Schreibens und Komponierens dienen dazu, diese neu zusammengesetzte autobiografische Erzählung und die sie ergänzenden mythischen Episoden in eine Form zu bringen.
Die historische Rezeption Wölflis stützt sich insbesondere auf die Monografie von Walter Morgenthaler, Ein Geisteskranker als Künstler (1921), die als erste Studie zu seinem Fall gilt. Die hier zusammengestellten Elemente reichen aus, um eine auf die Identität (1864–1930), den Beginn der künstlerischen Tätigkeit im Jahr 1899 und die thematische Struktur – imaginäre Biografie und utopisches/kosmisches Universum –, die sein Werk durchzieht, konzentrierte Galerie-Notiz zu konzipieren.

