Lilly Keller
Geboren 1929.
Gestorben 2018.
Lilly Keller (19. Februar 1929 – 2. Januar 2018) entwickelte über nahezu siebzig Jahre eine vielfältige künstlerische Praxis.
Ihr Werk, dokumentiert durch Tapisserien, räumliche Installationen, Collagen und Glasskulpturen, zeugt von einer Vielfalt an Techniken und Trägermaterialien.
1949 wurde sie zum Studium der Grafik an der Kunstgewerbeschule Zürich zugelassen und von Johannes Itten betreut. Drei Jahre später brach sie diese Ausbildung ab und setzte ihre Tätigkeit als freischaffende Künstlerin fort. Ab 1953 arbeitete Keller hauptsächlich mit textilen Materialien und Techniken.
1984 entdeckte sie Glas als Medium und schuf mehrere Glasskulpturen. Später fanden Polyurethan und Polyester Eingang in ihr Vokabular, um Reliefs und raumgreifende Werke zu gestalten.
1962 heiratete sie den Künstler Toni Grieb und liess sich mit ihm in einer ehemaligen Mühle in Montet (Cudrefin, Kanton Waadt) nieder. Im Herbst 2016 zog sie nach Thusis. Sie starb am 2.
Januar 2018.
Zu ihren dokumentierten Reisen zählen Aufenthalte 1976–77 in Persien, Afghanistan, Pakistan und Indien sowie 1977–78 in Ägypten. Im Rahmen öffentlicher Ausstellungen war sie an der Biennale de la Tapisserie in Lausanne (1962) vertreten, nahm an «Phantastische Figuration» im Helmhaus Zürich (1969) teil, präsentierte 1980 eine Installation in der Kunsthalle Bern und war 1987 Gegenstand einer Einzelausstellung im Kunstmuseum Bern. Eine Retrospektive im Kunsthaus Grenchen (2011) und eine Präsentation im Bündner Kunstmuseum, Chur (2017/18) eröffneten neue Perspektiven auf ihr Werk; zudem widmete ihr die RTS 2014 einen Film, ein Porträt, das sich auf ihren Bambusgarten konzentriert.
Die Bibliografie umfasst insbesondere die Monografien von Bellasi & Riederer (2010) und Fredi Lerch (2015) sowie den Band «Lilly Keller. Arbeiten aus Jahrzehnten» (Edition Z, Chur, 2016); zu den grundlegenden Referenzen zählen ferner ein Sikart-Eintrag (Identifikator 4000906) und ein Text von Annelise Zwez (1998). Werke Kellers wurden den verfügbaren Angaben zufolge von Schulen, öffentlichen Gebäuden und privaten Sammlerinnen und Sammlern erworben.