Geboren : 1758Gestorben : 1823Dokumentierte Staatsangehörigkeiten : Frankreich
Der französische Maler und Zeichner Pierre-Paul Prud’hon, 1758 in Cluny geboren und 1823 in Paris gestorben, wurde in Dijon ausgebildet, bevor er eine Laufbahn einschlug, die von öffentlichen und kaiserlichen Aufträgen geprägt war. Mit sechzehn Jahren ermöglichte ihm ein Stipendium das Studium an der Malschule von Dijon. 1776 erhielt er, nachdem er beim von der Provinz Burgund ausgeschriebenen Prix de Rome erfolglos geblieben war, den ersten Preis für Malerei des jährlichen Wettbewerbs der Schule; dort arbeitete er bis 1778 mit François Devosge. Als Preisträger des regionalen Prix de Rome der Stände von Burgund hielt er sich von 1784 bis 1788 in Italien auf und fertigte zahlreiche Studien nach der Antike an. Anfang 1788 kehrte er nach Frankreich zurück und arbeitete einige Monate in Lyon als Assistent des Blumenmalers Gonichon.
Von 1794 bis 1796 lebte er in Rigny in der Franche-Comté von Porträts und Illustrationen für den Verleger und Drucker Pierre Didot. 1796 wurde er als assoziiertes Mitglied in das Institut gewählt und kehrte nach Paris zurück. Von 1798 bis 1799 arbeitete er im Louvre an Die Weisheit und die Wahrheit, die auf die Erde herabsteigen, das heute in dessen Sammlungen aufbewahrt wird. 1802 bezog er ein Atelier im «Museum der Künstler» an der Sorbonne, wo er zwanzig Jahre lang blieb. Constance Mayer wurde seine Lebensgefährtin und Mitarbeiterin. Bei mehreren Projekten bereitete Prud’hon Pläne und Skizzen für Kompositionen vor, die Mayer malerisch ausführte.
Zu seinen Aufträgen zählt Die Gerechtigkeit und die göttliche Rache verfolgen das Verbrechen, das für den Justizpalast im Auftrag des Präfekten des Départements Seine, Frochot, ausgeführt wurde. Das Werk wurde 1808 im Salon ausgestellt und fand dort grossen Anklang; es wird im Louvre aufbewahrt. 1805 malte Prud’hon das Porträt von Kaiserin Joséphine. 1811 zum Zeichenlehrer der Kaiserin ernannt, schuf er auch das Porträt des Königs von Rom, das im darauffolgenden Jahr im Salon gezeigt wurde. Seine Tätigkeit als Zeichner erstreckte sich auch auf das Kunsthandwerk: 1810 lieferte er die Entwürfe für die für Marie-Louise bestimmten Möbel aus Vermeil, 1811 dann jene für die Wiege des Königs von Rom.
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