Sidney Nolan (1917–1992), geboren in Melbourne, gehört zu den bedeutenden Künstlern Australiens im zwanzigsten Jahrhundert. Nach Anfängen als Gebrauchsgrafiker fand er Anschluss an John und Sunday Reed und den modernistischen Kreis um Heide. Er entwickelte eine freie Bildsprache, angeregt durch Landschaften, Lektüren und historische Erzählungen. Die 1946–1947 entstandene Serie über Ned Kelly wurde zu einem seiner bekanntesten Werkkomplexe.
Nolan verwandelte die Geschichte des Gesetzlosen in eine Bildfolge, in der Landschaft und Figur miteinander in Beziehung treten. Weitere Zyklen behandeln Burke und Wills, Eliza Fraser oder Gallipoli. Auch nachdem er im Ausland lebte, kehrte er zu australischen Landschaften und Legenden zurück. Seine Kompositionen verbinden Erzählung, Erinnerung und Erfindung, ohne sich auf dokumentarische Illustration zu beschränken. Nationale Geschichte wird darin zum Ausgangspunkt persönlicher Deutung.
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