Der deutsche Maler und Grafiker Heinrich Vogeler (1872–1942) entwickelte eine Praxis, die Malerei und Grafik mit der Gestaltung von Innenräumen und deren Gegenständen verbindet. Er wurde an der Kunstakademie Düsseldorf ausgebildet, wo er 1895 sein Studium abschloss, und erwarb im selben Jahr einen Bauernhof in Worpswede, den er Barkenhoff nannte. Dort gestaltete er die Innenräume im Jugendstil und entwarf Möbel, Wandbehänge und Teppiche selbst: Das Haus wurde so zu einem Ort, an dem sich seine dekorative Tätigkeit konkret entfaltete. Mit seinen Weggefährten aus Worpswede nahm er 1895 und 1896 an den Gruppenausstellungen im Münchner Glaspalast teil. Zu Beginn seiner Laufbahn schlug sich seine präraffaelitische Inspiration in Motiven nieder, die er in die Landschaften seiner Heimat versetzte. In Wintergeschichten (1897) schreiten die Heiligen Drei Könige, als Könige gekleidet, aber mit dem Aussehen von Bauern aus der Umgebung dargestellt, durch eine verschneite Landschaft bei Worpswede. Auch Der Frühling, ebenfalls auf 1897 datiert, wird dieser präraffaelitischen Richtung zugeordnet.
Das Konzert (1905) zeigt Freunde, die sich auf der Terrasse des Barkenhoff zum gemeinsamen Musizieren versammelt haben. 1904–1905 beauftragte ihn der Senat von Bremen mit der Möblierung und Dekoration von Räumen im Obergeschoss des Rathauses. Ein späteres Werk, Stillleben mit Tomaten (1922), ist ein Ölgemälde auf Karton im Format 18 × 21,5 cm; der Verkaufstext vermerkt unten links das mit Öl aufgetragene Monogramm und Datum «HV / 22». Ab 1917 vertrat Vogeler einen radikalen Pazifismus, und sowohl seine Malerei als auch seine Grafiken erhielten expressionistische Akzente. Im Sommer 1919 gründete er mit Marie Griesbach und einigen Freunden eine Kommune und eine Arbeiterschule im Barkenhoff. Auf seiner ersten Reise nach Sowjetrussland 1923 reiste er nach Moskau, wo er bis September 1924 blieb und an der Universität unterrichtete. Laut biografischem Eintrag emigrierte er 1931 in die UdSSR. Er starb 1942 in der Nähe von Karaganda.
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