Geboren : 1861Gestorben : 1944Dokumentierte Staatsangehörigkeiten : Frankreich
Der französische Bildhauer Aristide Maillol, geboren und gestorben in Banyuls-sur-Mer (1861–1944), entwickelte sein Werk nach einer ersten Tätigkeit in der Malerei und den dekorativen Künsten, insbesondere in der Keramik und der Tapisserie. Seine Skulptur, die als synthetisch und auf die Anordnung der Massen bedacht beschrieben wird, wendet sich von der beschreibenden Kunst des 19. Jahrhunderts ab. Eine Quelle bezeichnet sie zudem als einen Weg zur Abstraktion, den sie in ihrem Bereich eröffnet habe.
Um das vierzigste Lebensjahr widmete er sich der Bildhauerei. Um 1900 markieren seine ersten Holzskulpturen und anschliessend seine Tonmodellierungen einen Wendepunkt und lassen ein Formenvokabular entstehen, das sich im weiteren Verlauf seines Werks entfalten sollte. La Méditerranée zeugt von dieser Arbeit: Maillol stellte das Gipsmodell 1905 im Salon d’automne aus und schuf 1923, im Anschluss an einen Staatsauftrag, eine weitere Version aus Marmor. Diese Version befindet sich heute im Musée d’Orsay. Ab 1905 prägten öffentliche und private Aufträge seine Tätigkeit. Das Denkmal für Louis-Auguste Blanqui umfasst L’Action enchaînée, eine nackte weibliche Figur, die vergeblich versucht, sich von ihren Fesseln zu befreien.
Die Aufträge führten ihn auch dazu, Skulptur und Dekor miteinander in Dialog zu bringen. Für den Sammler Ivan Morozov, der bei ihm bemalte Tafeln für seinen Salon in Auftrag gab, schuf Maillol vier lebensgrosse Skulpturen: Pomone, Flore, L’Été und Le Printemps. Seine Tätigkeit beschränkte sich nicht auf die monumentale Bildhauerei: Zur Illustration antiker Texte schuf er Holzschnitte, darunter zu den Eklogen und den Georgika von Vergil, zur Ars amatoria von Ovid und zu Daphnis und Chloe von Longos.
In der Zwischenkriegszeit schuf Maillol Kriegsdenkmäler in Banyuls-sur-Mer, Céret, Elne und Port-Vendres sowie ein Grabmal in Basel. Nach ihrer Begegnung im Jahr 1934 wurde Dina Vierny rund zehn Jahre lang sein wichtigstes Modell. Zu den späten monumentalen Skulpturen zählen La Montagne (1937), das einen zu Beginn des Jahrhunderts begonnenen Zyklus abschliesst, und L’Air (1938). Harmonie, 1940 begonnen, blieb unvollendet.
Zwei Retrospektiven seines Werks fanden 1933 in New York und Basel statt. 1937 nahmen seine Skulpturen an der Pariser Weltausstellung im neuen Musée national d’art moderne im Palais de Tokyo einen wichtigen Platz ein. 1964 schenkte Dina Vierny neunzehn Skulpturen, die heute im Jardin du Carrousel in Paris ausgestellt sind. In Banyuls-sur-Mer wurde das Musée Maillol 1994 im ehemaligen Gutshof des Künstlers eröffnet, der ihm als Atelier diente.
Dieses Profil vereint Identitätsnachweise zu Aristide Maillol sowie Gemälde, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier aus Auktionskatalogen.
14 Referenzen sind bei Dobiaschofsky, Kornfeld, Piguet, Germann, Lempertz, Genève Enchères dokumentiert. Jeder Eintrag verweist auf seine Quelle; die Beträge sind keine allgemeine Bewertung des Künstlers.
In Auktionen dokumentierte Werke
Fotografie : Lempertz · Bild vergrößern ↗
Lempertz · Los 142
Femme au foulard, vue de dos
Kreide, stellenweise weiß gehöht, auf dünnem Papier, auf Papier und festem Velin aufgezogen
Dokumentarischer Text von SwissArtGallery auf Grundlage der genannten Quellen. Titel, Techniken und Hinweise werden in der Profilsprache angezeigt; der Originaltext des Katalogs bleibt im jeweiligen Eintrag zugänglich. Dokumentation aktualisiert : 2026-10-19