Auswahl der Swiss Art Gallery · Werk swissart-0113
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Composition abstraite
Gustave Buchet (1888–1963)
Referenz swissart-0113








Swiss Art Gallery
Das Werk im Detail
In diesem Hochformat gibt sich das Motiv nicht sofort zu erkennen. Es setzt sich fragmentarisch zusammen, entlang eines Netzes von Flächen, die sich ineinanderfügen, überlagern und scheinbar aneinander vorbeigleiten. Eine dunkle Masse verriegelt den linken Rand, während eine lange Diagonale den oberen Bereich durchquert und dem Ganzen einen seitlichen Schub verleiht. Im Zentrum öffnen hellere Formen Durchgänge in dieser kompakten Architektur; rechts stellt ein blaugrünes Feld, durchzogen von tiefem Schwarz, ein stilleres Gleichgewicht wieder her.
Einige Hinweise halten die figurative Lesart vorübergehend aufrecht. Eine kobaltblaue Kurve kann an den Rand oder Henkel eines Gefäßes erinnern; cremefarbene Flächen lassen Gegenstände erahnen, die aus mehreren Blickwinkeln erfasst sind; eine geschwungene Form nahe der unteren Mitte scheint sich von einem Tablett oder einem Tisch abzulösen. Diese Annäherungen bleiben jedoch instabil. Kaum wahrgenommen, lösen sich die Dinge in der autonomen Organisation der Malerei auf. Der Blick wechselt so unablässig von einem möglichen Stillleben zur reinen Komposition.
Die Palette ist bewusst zurückhaltend. Farbige Grautöne, erdige Brauntöne, gedämpfte Grüntöne und Schwarz bilden eine ernste Grundlage, belebt durch Elfenbeinblitze, einen rosabraunen Ton und mehrere blaue Akzente. Das Licht geht nicht von einer eindeutig bestimmbaren natürlichen Quelle aus: Es entsteht aus den Kontrasten zwischen den dunklen Flächen und den hellen Fragmenten. Diese beschreiben weniger eine Beleuchtung, als dass sie die Oberfläche rhythmisieren, gleichsam als Atemzüge innerhalb einer dichten Materie.
Das Öl ist in kurzen, pastosen und gerichteten Pinselstrichen gearbeitet. Die Spuren des Pinsels bleiben sichtbar; manche Bereiche wurden überarbeitet, abgekratzt oder reliefartig modelliert, wodurch dem Karton eine beinahe wandartige Präsenz verliehen wird. Diese raue Materialität mildert die Strenge der Konstruktion und bringt in jede Fläche eine empfindbare Schwingung. Die breite Goldrahmung und ihr heller textiler Umraum isolieren diese Konzentration von Formen wirkungsvoll und verstärken ihren Charakter als malerisches Objekt.
Diese Spannung zwischen Lesbarkeit und Autonomie steht in Beziehung zu den Untersuchungen, die Buchet im Umfeld der Section d’Or, des Postkubismus und des Purismus betrieb. Seine Malerei entwickelt sich anschließend hin zu weicheren Formen, in denen die früheren geometrischen Erfahrungen präsent bleiben, ohne die Farbe vollständig zu unterwerfen. Ohne eine gesicherte Datierung zu erlauben, scheint dieses Werk gerade die Erinnerung an die kubistische Auflösung mit einer reiferen Suche nach plastischer Synthese zu verbinden.