Auswahl der Swiss Art Gallery · Werk swissart-0108

La Neptune à Versoix

M. Buess
Referenz swissart-0108
Verfügbar120 CHFÖl · 43 × 34,5 cm
Swiss Art Gallery

Das Werk im Detail

Von einem Arbeitskai aus öffnet sich der Blick auf die Rade durch ein Durcheinander von Rümpfen, Masten und Leinen. Im Vordergrund schneidet ein gelbes Boot, das an Land gezogen ist, schräg durch die Szene; sein roter Streifen und sein blauer Mast verleihen diesem hellen Bereich eine unmittelbare Spannung. Rechts verengt die vertikale Fassade eines Hangars den Raum, während links die dunkle Masse der Neptune diagonal zur Mitte vorrückt. Zwischen diesen Volumen führt ein Lichtkanal bis zum See und zum fernen Ufer. Die Komposition basiert auf einem klaren Spiel von Horizontalen und Vertikalen. Die blauen Masten durchqueren fast die gesamte Höhe des Bildes und spiegeln den weißen Strich des Jet d’eau im Hintergrund wider. Auf diese Erhebungen reagieren die ruhigen Bänder des Sees, des Ufers und des Himmels. Die Boote, unterschiedlich ausgerichtet, bringen beweglichere Rhythmen ein: Ihre braunen, grünen oder gelben Silhouetten heben sich vor dem blassen Wasser ab, begleitet von dunklen Reflexionen, die sie im Becken verankern. Die malerische Materie bleibt ständig wahrnehmbar. Der Himmel besteht aus breiten, schieferblauen, weißen und cremefarbenen Strichen, die schräg aufgetragen sind, während sich das Wasser in eher horizontalen Pinselstrichen entfaltet. Die Pastosen fangen das Licht auf den Rümpfen, den Seilen und dem Kai ein. Eine absichtlich reduzierte Palette — milchige Blautöne, Grautöne, gebrochene Weißtöne, tiefe Grüntöne und Erdtöne — wird durch einige rote Akzente und das leuchtende Gelb des Bootes im Vordergrund belebt. Keine Figur erscheint, aber die gespannten Leinen, die nah beieinander liegenden Boote und die auf dem großen Boot angeordneten Gegenstände halten eine diffuse menschliche Präsenz aufrecht. Die Neptune und der Jet d’eau fixieren klar das Motiv in der Rade von Genf. 1904 erbaut, um unter anderem die Steine und den Kies zu transportieren, die für die Baustellen der Stadt benötigt werden, blieb das große Boot bis 1968 im Einsatz. Es ist jedoch hier nicht isoliert wie ein Denkmal: Es gehört weiterhin zum alltäglichen Leben des Hafens, unter den Kanus, den Leinen und den Arbeitsgebäuden. Mangels ausreichend gesicherter biografischer Daten kann der Werdegang des Autors noch nicht präzise rekonstruiert werden. Dieses Werk offenbart jedoch, innerhalb der Grenzen dieses einzigen Gemäldes, einen Maler, der aufmerksam auf die Hafenmotive von Genf ist, in der Lage, einen komplexen Raum durch einige klare Achsen zu ordnen und die dicke Pinselstrich als das wahre Medium des Lichts und der Präsenz der Dinge zu machen.