Auswahl der Swiss Art Gallery · Werk swissart-0101
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Le Maître de chai
Unbekannter Künstler — signiert Ab
Referenz swissart-0101







Swiss Art Gallery
Das Werk im Detail
In dieser Keller-Szene dreht sich alles um Material, Werkzeuge und Gesten. Der Relief gibt fast den Eindruck einer bewohnten Kulisse: Balken, Fässer, Eimer, Becher, Brettertür und Arbeitsutensilien bilden ein kompaktes, geschlossenes Universum, in dem das Licht eher die Kanten des Holzes hervorhebt, als es zu durchdringen. In der Mitte steht die Figur, in einer energischen Haltung, die scheint, als wäre sie mitten in einer konkreten Aufgabe, zwischen körperlicher Anstrengung und dem Theater des Alltags. Die Lesart ist unmittelbar, doch die Komposition beschränkt sich nicht darauf, einen Beruf zu illustrieren: Sie inszeniert den Keller als eine kleine autonome Welt, geordnet durch die Wiederholung der runden Formen der Fässer und durch die gespannte Diagonale des Werkzeugs.
Die Kraft des Objekts liegt in seiner tiefen Größe. Der Bildhauer hat den Hintergrund ausgegraben, die Accessoires abgetrennt und den Figuren großzügige, fast taktile Formen gegeben. Die Abnutzungserscheinungen des Alters schwächen das Ganze nicht, sondern verstärken die Präsenz des Holzes: Sie glätten die Kanten, vereinheitlichen die Töne und betonen den Verlauf der Zeit auf der Oberfläche. Der Rahmen, einfach und robust, trägt zu dieser Lesart eines häuslichen oder dekorativen Objekts bei, das aus der Nähe betrachtet werden soll. Das Thema, das in der alpinen und deutschsprachigen visuellen Kultur sehr geschätzt wird, erinnert an die Produktionen der Tradition des Schwarzwalds, wo das geschnitzte Holz sowohl dazu dient, eine Szene zu erzählen, als auch die Virtuosität der Hand zu feiern. (christies.com)
Über den Künstler — der Autor ist nicht mit Sicherheit identifiziert. Das Stück gehört jedoch zu einer Tradition der Schnitzerei in weichem Holz, die mit dem deutschsprachigen Teil der Schweiz und Brienz verbunden ist, wo die Werkstätten seit dem 19. Jahrhundert eine erkennbare dekorative Sprache entwickelt haben: großzügiges Volumen, lebendiger Naturalismus, Sinn für Details und Vorliebe für Genrestücke. In diesem Horizont ist diese Szene zu lesen, als ein kunstvoll ausgeführtes Volkskunstwerk, das näher an der Atelier-Virtuosität als an reiner Anekdote ist. (christies.com)