Auswahl der Swiss Art Gallery · Werk swissart-0086
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M. Daxelhofer et son chien domestique
Referenz swissart-0086








Swiss Art Gallery
Das Werk im Detail
Das Modell nimmt in einer sehr eng gefassten, vertikalen Halbfigur vor einem graugrünen Hintergrund ohne erkennbares Dekor Platz. Der leicht versetzte Oberkörper bildet eine beinahe dreieckige, dunkle Masse, während sich das Gesicht dem Betrachter zuwendet. Dieser Gegensatz zwischen der Stabilität der Kleidung und der Aufmerksamkeit des Blicks verleiht dem Porträt eine zurückhaltende Präsenz. Das schwarze Haar, durch einen unauffälligen Scheitel geteilt, rahmt ein Gesicht mit fest gefügten Volumen: eine helle Stirn, einen betonten Nasenrücken, schmale Lippen und von einem warmen Rosaton belebte Wangen.
Das Licht fällt von links ein und modelliert die Physiognomie ohne theatralische Wirkung. Zunächst trifft es auf Stirn und Wangenknochen, dann konzentriert es sich im Weiß des Hemdes, dessen kantige Falten das Zentrum der Komposition strukturieren. Um diese helle Zone herum bilden das Schwarz des Mantels, das Braun der Weste und die dunkle Krawatte eine bewusst begrenzte Farbskala. Im Gesicht bleibt der Pinselstrich verschmolzen, wird jedoch in der Kleidung, im Hintergrund und in den cremefarbenen pastosen Partien des Hemdes sichtbarer.
Am unteren Rand erscheint der Hund, von dem lediglich eine braun-weisse Form vollständig wahrnehmbar ist. Dieses durch den Bildausschnitt abgeschnittene Motiv ist kein bloßes Accessoire. Seine geschmeidige Kurve unterbricht die strengen Linien des Anzugs und führt innerhalb einer gesellschaftlich geordneten Darstellung eine häusliche Nähe ein. Der Dialog zwischen dem direkten Blick des Mannes und der stillen Präsenz des Tieres verschiebt das offizielle Porträt somit in ein persönlicheres Register.
Das alte Netz von Craqueluren durchzieht die gesamte Oberfläche und tritt in den schwarzen Partien stärker hervor. Der Rahmen mit breiten vergoldeten Leisten, heute stark abgenutzt und mit sichtbar gewordenem rotem Bolus, setzt dennoch die warme Ernsthaftigkeit der Palette fort.
Dieses zu Beginn von Bocions Laufbahn entstandene Gemälde bewahrt den Abdruck seiner Pariser Ausbildung bei Louis-Aimé Grosclaude und Charles Gleyre, der in der Gestaltung des Gesichts und in der Ökonomie der Komposition spürbar ist. Nach seiner Rückkehr nach Lausanne arbeitet der Maler weiterhin in den Gattungen der Figur und der Erzählung, bevor er einen wachsenden Teil seines Schaffens dem Genfersee widmet. Dieses Porträt erinnert somit daran, dass seine Aufmerksamkeit für die menschliche Präsenz seiner späteren Beobachtung der Ufer, der Fischer und des Lebens am See vorausgeht und sie begleitet.