Zum Inhalt
Swiss Art GallerySt-Prex · Schweiz
Swiss Art Gallery · St-Prex

Émile François Chambon

Geboren am 10. Januar 1905 in Genf (Schweiz).

Gestorben am 28. Oktober 1993 in Collonge-Bellerive (Schweiz).

Schweizer · Unabhängige Figuration · poetischer und traumhafter Realismus

Der im Genfer Kunstmilieu verankerte Schweizer Maler, Zeichner und Grafiker Émile François Chambon studierte an der Genfer Kunsthochschule und setzte seine Ausbildung bei Jean-Louis Gampert fort, den er unter anderem bei der Ausgestaltung der Kirche von Corsier unterstützte. Zwei eidgenössische Stipendien ermöglichten ihm Aufenthalte in Paris, wo er die Sammlungen des Louvre studierte und sich mit dem Kubismus auseinandersetzte, ohne seine eigenständige Auffassung der Figuration aufzugeben.

In den 1930er-Jahren beteiligte er sich an den Aktivitäten der Gruppe und Zeitschrift Présence. Durch den Dichter Henri Ferrare kam er zudem mit Max Jacob in Verbindung. Gegenüber den vorherrschenden Avantgarden bewahrte Chambon jedoch seine Unabhängigkeit.

Seine Bildkultur speiste sich gleichermaßen aus der Kunst Gustave Courbets, Caravaggios und Félix Vallottons und verband klassischen Bildaufbau, Realismus und traumhafte Imagination.

Sein Werk umfasst Porträts, Interieurs, Stillleben, Landschaften, Genreszenen und großformatige mythologische Kompositionen. Eine präzise Zeichnung, sorgfältig geordnete Perspektiven und eine häufig gedämpfte Farbigkeit verwandeln vertraute Räume in Schauplätze des Wartens und der psychologischen Spannung. Weibliche Figuren, in sich versunkene Personen und alltägliche Gegenstände werden zu Trägern einer stillen Erzählung zwischen Intimität, Begehren und Geheimnis.

Die erste Monografie von 1957 festigte seinen Ruf. Auf die von Louise de Vilmorin unterstützte Ausstellung in der Pariser Galerie Motte von 1962 folgte 1966 die große Retrospektive im Musée Rath. Das Genfer Cabinet des estampes zeigte 1971 seine Zeichnungen, und 1983 präsentierte das Musée d’art et d’histoire seine großen Kompositionen.

Werke Chambons befinden sich unter anderem im Musée d’art et d’histoire in Genf, im Musée de Carouge und in den Kunstsammlungen des Bundes.

Als leidenschaftlicher Sammler trug Chambon alte Gemälde, Werke aus dem Umfeld Courbets sowie eine bedeutende Gruppe afrikanischer und ozeanischer Kunst zusammen, die später zu einem großen Teil an das Musée d’ethnographie de Genève gelangte. In den letzten Jahrzehnten seiner Laufbahn gewann die Zeichnung zunehmend an Bedeutung. Das 1957 entstandene Ölbild auf Karton Jeune femme alitée au livre führt dieses stille Theater der Intimität fort und gehört selbstverständlich in diesen Korpus.

Die von Swiss Art Gallery präsentierten Werke von Émile François Chambon führen diesen künstlerischen Weg fort und fügen sich schlüssig in diesen Werkkorpus ein.

Émile François Chambon

Verfügbare Werke